Alltägliches

 

Kairo

Jetzt ist es bald soweit, am 5. September steht die Ausreise bevor. Die Flüge sind gebucht, das Hotel reserviert, die Tage immer kürzer und die Ausflüchte, nicht zu fahren, haben auch fast keine Zeit mehr zu reifen und zu wirken, um die Ausreise doch noch zu verhindern. Sorgenvolle Freunde und Familie hab ich hinterlassen, nehme das aber im Herzen mit und bin mir der Verantwortung sehr bewusst.

Das Aufgeben meines ursprünglichen Lebens, die soziale Sicherheit, meine tollen Freunde, die Arbeit, werden, je mehr ich darüber nachdenke, ganz schön beunruhigend. Zu allerletzt waren die Arbeitstage fast weniger stressig als die Vorbereitungen zur Ausreise. Welche Versicherungen braucht man, welche nicht, welche hat man schon und wie kommt man aus denen raus, die man unnötigerweise schon hat. Berufsunfähigkeitsversicherungen sind da ja ganz hoch im Kurs und, glaubt man dem, was im Netz so geschrieben ist, wird ja jeder 4te vor dem Erreichen des Pensionsalters invalide. Jedenfalls bin ich jetzt rund um glücklich versichert. Das Aussteigen aus den laufenden Verträgen mit nur kleinen Kollateralschäden überstanden, sind die meisten Stränge gekappt und ich schwinge hier an neuen Fäden im luftleeren Raum bei 40 Grad Celsius Außentemperatur…

Es fühlte sich durchaus seltsam an, als die Möbelpacker Ende Juni vorbei kamen und kurzer Hand innerhalb von 1,5 Tagen das Hab und Gut eines ganzes Lebens einpackten und zu einem Container in die Nähe von Hamburg brachten, um es von dort aus nach Kairo zu verschiffen. So stand ich also in meiner leeren, weißen, hallenden Wohnung, einen Tag früher als gedacht, ohne Bett und musste schon früher als geplant meine lieben Freunde um eine Übernachtungsmöglichkeit bitten. Ein herzliches Dankeschön auch an dieser Stelle an alle, die mich freundlich und herzlich zu sich aufgenommen haben. Insbesondere Philipp sei gedankt, der mich über so eine lange Zeit verpflegt, gehegt und ertragen hat….

Bis zum Tag der Abreise ließen die Pässe auf sich warten. Erst gab es eine Odyssee um die nötigen Stempel auf die Heiratsurkunde aus Israel zu bekommen, danach stressten sich die ägyptischen Behörden nicht zu sehr uns das benötigte Visum auszustellen und es dauerte bis zum letzten Tag bis klar war, ob wir fliegen würden oder nicht. Dennoch war alles bis zum 4. September geregelt…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s